Freiheit verpflichtet - Zum Tag der Pressefreiheit

Heute ist "Internationaler Tag der Pressefreiheit"!

Selbstbeweihräucherung auf allen Kanälen und in allen Gazetten: "Wir mutige Journalisten! Kämpfer für Demokratie! Vierte Gewalt im Staate!". Und der unvermeidliche Zeigefinger auf andere: Russland, China, Afrika usw.. Das lenkt so schön ab vom eigenen Versagen, obwohl doch bekanntlich immer noch mindestens 3 Finger der selben Hand auf einen selbst zeigen...

Es stimmt ja: Die Presse genießt bei uns so viel Freiheit wie kaum sonst wo auf diesem Planeten und wie kaum jemals in unserer Geschichte. Aber was macht sie denn aus dieser Freiheit? Wo ist denn der kritische Journalismus, für den es bei uns ja nicht einmal Mut braucht? Stattdessen: Schmusekurs - um nicht zu sagen: Kungelei - mit den Mächtigen in Politik und Wirtschaft. Solange einer seine Frau nicht betrügt oder andere Skifahrer umnietet, hat er von dieser Journaille nichts zu befürchten!

"Cut and paste" an Stelle des viel gerühmten "Qualitätsjournalismus"! Jüngst wieder am Beispiel Schweinegrippe zu besichtigen. Und natürlich die Freiheit, andere nach Belieben zu verunglimpfen (siehe Eva Herman). Da tut es natürlich Not, seine Feindbilder zu pflegen: Das pure "Grauen" im Internet! Demokratie 2.0 - "Do-it-yourself"-Journalismus allerorten. Bürgerfreiheit statt Pressefreiheit? Da sei Gott vor - Axel Cäsar Springer sei bei uns!

Freiheit verpflichtet, meine Damen und Herren in den Redaktionen! Sonst fällt es irgendwann niemandem mehr auf, wenn man sie klammheimlich abschafft...

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Jurij Below
Offline
Joined: 20.01.2008
Re: Freiheit verpflichtet - Zum Tag der Pressefreiheit

 

Lieber Joachim.

wer nimmt schon ernst einen soclchen "Tag" egal ob national oder international ist?

LG, Jurij

Konstanze Bücker
Offline
Joined: 10.01.2008
Re: Freiheit verpflichtet - Zum Tag der Pressefreiheit

 

Knapp vier Wochen nach dem "Tag der Pressfreiheit", hat die FAZ ein wichtiges Anliegen:

"Grundrechte - Die Pressefreiheit schwindet"

...."Einzelne Anwaltskanzleien haben sich darauf spezialisiert, Medien Abmahnschreiben zu schicken, noch bevor diese überhaupt einen unliebsamen Artikel über einen prominenten Mandanten drucken können."...

 

Anwaltliche Drohungen gegenüber Redaktionen - tz, tz, also wirklich! - das war doch bisher das Privileg des kleinen Telekom-Kunden...

 

Aber man könnte mal ganz sarkastisch fragen, warum die Prominenz wohl derart aufgeschreckt ist??

 

 

__________________________________ Platz zum Nachdenken_______________________________reicht schon;-))

 

 

 

Sind es tatsächlich (nur)  die wichtigen Hintergrundinformationen, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben sollen, um die es der Prominenz da geht?

Oder reagieren sie auf die Tatsache,  dass es fatale Folgen haben kann, in die "Klauen" der Medien zu geraten, die in der Mehrheit heute mit sehr fragwürdigen Methoden, Themen und "Fakten"  - fahrlässig oder vorsätzlich - die Auflage steigern wollen.

Wir wissen ja, WIE sehr man in den Medien bemüht ist, begangene Fehler (mangels ausreichender Recherche) im Nachhinein richtig zu stellen...;-)

Wir wissen, dass Falschmeldungen von Nachrichtenagenturen den Redakteuren offensichtlich keine schlaflosen Nächte bereiten. Die "mangelhafte Warenlieferung" wird nicht moniert, denn übermorgen ist sie für die Leser sowieso Schnee von gestern. "Rufschädigung"?? - Was war das nochmal??

Selbstkritik, hohe Qualitätsstandards, Richtigstellungen, Schadensbegrenzung (z.B. Regress im online-Bereich),  Schadensersatzzahlungen auch mal ohne gerichtliche Auseinandersetzung, scheinen den meisten Medien Disziplinen für alle zu sein, nur nicht für sie selbst.

Auch die Gerichtsbarkeit straft die "Missachtung der Persönlichkeitsrechte" mit lächerlichen Beträgen. Die Bild wird zu "fürchterlichen" 10.000 Euro verdonnert, wenn sie jemanden "dumme Kuh" nennt (dafür muss die "dumme Kuh" aber erstmal klagen). Das gleicht einem Einkauf beim Discounter und wird aus der Portokasse bezahlt.                                                               

Ja, so wird´s was werden mit dem "Sich-bessern".....

 

 

 

 

Die mediale Selbstgerechtigkeit rächt sich nun offensichtlich mit Methoden, die ebenfalls wenig mit Anstand zu tun haben.

Unanständigkeit hat es nunmal schwer, sich auf ihr Gegenteil zu berufen.

Mit Fairness meinen die Medien nicht Selbstverpflichtung, sondern eine Erwartungshaltung anderen gegenüber - das muss genügen!

Aber wer denkt heute noch an so etwas Skurriles wie "Anstand" , bevor er handelt?

Zumal die woanders bereits herrschenden Frechheiten ein prächtiges Ruhekissen sind,  auf das man sich im Zweifel berufen kann. Man muss ja schließlich mithalten können DÜRFEN! - im Global-Playing der Werteamnesie!

Nun mag´die FAZ sich als "seriöse Zeitung" besonders ungerecht behandelt sehen.

Doch auch die "Seriösen" haben jahrelang geschwiegen und sich nicht selten anstecken lassen, vom Copy-and-Paste-Journalismus.

Den Pressekodex (Ehrenkodex) hochhalten - schön sichtbar und auch auf die Gefahr hin, von der Branche angefeindet zu werden - war auch ihnen zu anstrengend. Dazu die (seltsame...) Gewißheit, dass solches Gebahren die Auflagen keinesfalls erhöht hätte....

Seriositat ist keine Frage des Designs  - und Ehre hat ihren Preis.

Aber wer zahlt schon gerne "um der Ehre willen",  während andere nur kassieren...?

Das wäre schließlich - nach heutiger Definition - "Dummheit"...

 

 

 

 

Mein Mitleid hält sich wirklich in Grenzen, liebe Medien...;-)) 

Was sich hier abspielt gleicht einem Naturschauspiel:

Es kommt, wie es kommen musste.

 

www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E8B7C66ED468645FFBA11126FF016B500~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

 

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